Der perfekte Tag

Nachdem wir unseren Besuch in Snæfellsnes beendet hatten, kam eine kurze Schlechtwetterperiode, die wir in Grindavik ausgesessen haben. Viel kann man dazu nicht sagen, denn Wäsche waschen und im Sturm sitzen ist nur begrenzt aufregend. Als das Wetter dann wieder besser wurde sind wir weitergefahren nach Leirubakki. Das ist ein Hof an der 26, der ein Hotel, Restaurant, Campingplatz und Reiten anbietet.

Der Campingplatz ist ganz nett, hat eine tolle Aussicht auf die Hekla und einen Hotpot.
Leirubakki
Dafür ist er auch noch recht günstig. Die Sanitäreinrichtungen sind zwar in die Tage gekommen aber die Dusche ist sogar kostenlos. Was eher doof ist, Stromanschlüsse gibt es nur direkt am Servicehaus. Da unser kleiner Wohnwagen aber ja mit moderner Solartechnik ausgestattet ist, war es auch kein Problem mal ohne auszukommen.

Bemerkenswert war dann unsere Tour ins Hochland, die wir hier gemacht haben. Nicht weit von Leirubakki geht die F225 ins Hochland Richtung Landmannalaugar. Die meisten Besucher von Landmannalaugar, das leider etwas überlaufen ist, kommen wohl eher über die F208 von Norden, denn hier muss man durch keine Furt und schont damit seine Nerven. Uns war es hingegen ein Vergnügen mal wieder durch eine Furt zu fahren:
Kurzes Video zum Furten auf der F225 auf Youtube

Auf dem Weg liegt der Rauðifoss, ein Wasserfall, der rot ist, bzw. das Gestein darunter. Wir sind hier zu dem nächsten Aussichtspunkt gelaufen, um den Wasserfall zu sehen.
Rauðifoss

Dabei trafen wir zwei Isländer, die meinten, besonders schön sei die Quelle, allerdings müsste man da etwas steil hoch. Wir haben ihre weitere Wanderung dann auch aus der Ferne beobachtet, aber so 45 Grad an einem Geröllberg hochsteigen ist dann eher nichts für uns.

Ebenfalls auf dem Weg aus verschiedenen Perspektiven zu sehen ist der Vulkan Hekla:
Hekla

Weiter ging es nach Landmannahellir, eine Hütte, bzw. mehrere, die auch einen Campingplatz haben. Sehr zu empfehlen gegenüber den Trubel in Landmannalaugar. Hier wollten wir allerdings nur die Angelkarte kaufen die wir später noch brauchen würden. Wirhaben leider versäumt, hier ein Bild zu machen.

In Landmannalaugar endlich angekommen ging es dann um den kleinen Rundkurs. Eine schöne Wanderung mit knapp 5 km und etwas Durch-die-Lava-Turnen, die aber durch viele der Schönheiten des Gebietes führt. Sehr zu empfehlen, hier ein paar Impressionen:

Nach soviel tollen Aussichten ging es zum Angeln – der erste See hieß Ljótipollur, ein Vulkankrater. Die Piste dahin ist nichts für Nervenbündel, die Aussicht ist toll …
Aussicht vom Ljótipollur
… aber leider muss man relativ steil an den Geröllrändern absteigen um an das Wasser zu kommen.
Ljótipollur
Das haben wir dann gelassen und sind zum Frostastaðavatn, dem großen See den  man nicht übersehen kann kurz bevor man Landmannalaugar erreicht.

Bei Sonnenschein und angenehmen Temperatur haben wir es uns dann da gemütlich gemacht – ein paar Fische gefangen und schließlich gegrillt. Was will man mehr?
Fischgrillen am Frostastaðavatn

Die Rückfahrt war dann im wesentlichen im Dunkeln und nicht erfreulich. Wir sind über die F208 nach Norden raus, weil das weniger Hochlandstrecke bedeutet. Dummerweise kam dann noch der nicht asphaltierte Teil der 26 und der war schlechter als jede Hochlandpiste und ist ganz und gar nicht zu empfehlen.

Schönheit in der Sonne

Nachdem wir ja vor einer Weile auf  Snæfellsnes im Regen gesessen haben, haben wir uns entschlossen, hier nochmal vorbeizuschauen. Natürlich nur wenn das Wetter gut ist. Und siehe da, nachdem wir die Westfjorde doch nun lange genug besucht hatten, war das Wetter auch auf der Halbinsel gut.

Also sind wir nach Stykkishólmur aufgebrochen. Als wir dort ankamen mussten wir aber feststellen: die ganze Stadt war in Aufruhr – der Campingplatz platzte aus allen Nähten. Tja, es fanden dort gerade die Dänischen Tage statt und hunderte Besucher tummelten sich auf dem Campingplatz. Das war uns dann zuviel Rummel und wir haben uns einen neuen Campingplatz gesucht. Wir wollten nicht zuweit fahren, wobei der nächste Platz der etwas außerhalb der Stadt liegt auch voll war. Also weiter Richtung Grundarfjörður, hier wussten wir von einem Campingplatz. Google wusste von noch einem anderen Platz kurz vor dem Ort auf einer Halbinsel. Der Platz heißt Setberg – ein sehr minimalistischer Platz mit einem Klo und einem Waschbecken – aber ruhig gelegen und mit einer tollen Aussicht. Es war schon recht spät und wir wurden von einem hübschen Sonnenuntergang begrüßt:

Sonnenuntergang bei Setberg
Sonnenuntergang bei Setberg

Der Campingplatz liegt direkt gegenüber dem Berg Kirkjufell mit seiner markanten Silhouette:

Blick auf den Kirkjufell
Blick auf den Kirkjufell

Hier sind wir dann geblieben und haben am anderen Tag eine Fototour gemacht, deren Resultate wir hier auszugsweise zeigen.

Die Halbinsel Snæfellsnes bietet sehr unterschiedliche Gesteins- und Landschaftsformationen. Von Feldern recht junger,  schroffer Lava, vor allem im Lavafeld Berserkjahraun, über sanft geschwungene Hügel in verschiedenen Farben bis zu tiefblauen Seen.

Snæfellsnes

Lava auf Snæfellsnes, Berserkjahraun
Lava auf Snæfellsnes, Berserkjahraun

Snæfellsnes

Alte Wegmarke im Berserkjaraun
Alte Wegmarke im Berserkjaraun

Snæfellsnes

Lava auf Snæfellsnes
Lava
Berge, Seen, Lava auf Snæfellsnes
Berge, Seen, Lava

Auch auf Snæfellsnes gibt es viele verlassene und verfallene Höfe. Die Ruinen haben ihren eigenen Charme. Diese hier wird gerade von zwei Islandpferden als Windschutz genutzt.
Islandpferde vor Ruine auf Snæfellsnes

Und endlich – wir haben ihn wie so viele andere Besucher schon so oft mit wolkenverdeckter Spitze gesehen – zeigt sich uns der berühmte Snæfellsjökull unverhüllt.
Snaefellsjökull

Der Tag endet für uns an einem sehr hübschen Angelsee am Berserkjahraun, in dem wir allerdings leider auch bei diesem zweiten Besuch nichts fangen. Egal, er ist wunderschön.

Snæfellsnes

Links oben

Wenn man sich Island auf einer Karte anschaut dann sieht man links oben etwas mit vielen tiefen Fjorden. Das sind die Westfjorde. Das ganze ist recht abgelegen und für das Reisen hier sollte man viel Zeit einplanen. Rein in den Fjord, raus aus dem Ford, das zieht sich lange hin.

Es gibt nicht viele große Attraktionen hier, man muss fast sagen zum Glück, denn so kann man die Schönheit der Landschaft oft alleine genießen. Hier wohnen nur wenig Menschen und die Massen an Touristen wälzen sich im Süden über den Golden Circle.

Also machen wir einfach mal einen Beitrag mit wenig Worten und vielen Bildern.

dünn besiedelte Westfjorde
dünn besiedelte Westfjorde

Fjord

Fjord

Fjord

Arnarfjörður
Arnarfjörður

Trollsessel

Badeurlaub an Islands Riviera

Der Süden der Westfjorde ist bei den Isländern recht beliebt – man kommt hier relativ gut mit der Fähre von Stykkishólmur hin und er liegt im Süden – also hat man den ganzen Tag Sonne, wenn sie scheint. Was hier auch ganz fantastisch geht ist Baden. Nicht jeder wird wie Tina in die Fluten springen, aber es gibt eine ganze Menge Hotpots und Schwimmbäder.

Vor zwei Jahren habe wir da schon eine Menge besucht. Diesmal haben wir dann ein paar Lücken aufgefüllt. Als erstes waren wir in Patreksfjörður, das hat ein recht neues Bad, es liegt zwar etwas zurückgesetzt vom Fjord, aber ist so geschickt gebaut das es eine tolle Aussicht bietet.

Schwimmbad in Patreksfjördur
Schwimmbecken in Patreksfjördur

Wird sind dann noch zu einem See in der Nähe, den wir schon kannten, der Sauðlauksdalsvatn. Hier ist es recht ungewöhnlich, denn es gibt weißen Sand und es sieht eher aus wie an der Dänischen Nordseeküste. Tina musste hier auch noch mal rein hüpfen, der See war ein paar Grad kälter als das Meer.

Sauðlauksdalsvatn

Wir haben in Flókalundur übernachtet und daneben gibt es Hellulaug, einen kleinen Hotpot, der aber etwas überlaufen ist.

Hellulaug

Dann waren wir noch in Krosslaug, einem Schwimmbad mit recht langer Geschichte. Neben dem Becken ist ein netter Natursteinpool. Hier kann man auch, wenn die Flut da ist, ins Meer um sich abzukühlen.

Das kleine Schwimmbad
Der Natursteinpool

In diesem Naturpool hatten wir eine nette Unterhaltung mit einem isländischen Paar. Die beste Möglichkeit, mit Isländern ins Gespräch zu kommen, sind sowieso Hotpots.

Roter Sand und Wasser

Nachdem Tina mit ihrem Isländischkurs durch war hatten wir noch etwas Zeit totzuschlagen bis unser Auto in die Werkstatt musste. Wir sind dann erstmal nach Þingeyri umgezogen. So fast zwei Wochen auf dem gleichen Campingplatz reichen dann ja auch.

Der Campingplatz in Þingeyri liegt direkt am Strand.
Strand bei Þingeyri

Auch gleich nebenan ist das Schwimmbad des Ortes, von wo aus der Campingplatz auch betreut wird. Das Bad selbst ist ganz nett und man kann hier duschen wenn man auf dem Campingplatz übernachtet.

Von hier aus haben wir dann eine Tagestour unternommen um noch ein paar Lücken auf unserer Islandkarte zu füllen. Auf der 60 geht es Richtung Süden, jedenfalls so ungefähr. Die Straße überbrückt nicht so wahnsinnig viele Kilometer wenn man die Luftlinie betrachtet, bietet aber viele Aussichten auf die schöne Landschaft und viel Schotter.

Blick auf den Dýrafjörður
Blick auf den Dýrafjörður

Unterwegs

Ausblicke auf dem WegIn der Nähe von Brjánslækur trifft die 60 auf die Küste. Hier geht die Fähre nach Stykkishólmur auf der Halbinsel Snæfellsnes ab. Wir fahren die 62 weiter Richtung Patreksfjörður und biegen dann ab zum ersten Ziel des Tages: Rauðasandur (manche sagen auch Rauðisandur). Das heißt Roter Sand und der Strand hat auch einen deutlichen Rot-Stich. Das liegt daran, dass der Sand zum erheblichen Teil aus zermahlenen Muschelschalen besteht, die eine rosa / orange Tönung haben.
Rauðasandur

Auch wenn wir Pech haben und mit einem Bus voller Touristen ankommen – das ist so weitläufig das man schnell fast alleine in der Ecke ist die man sich aussucht.

Tina lässt es sich nicht nehmen und springt in die Fluten. Die Wassertemperatur schätzen wir später nach den Angaben umgebender Messstationen und unter Berücksichtigung, dass der Strand flach ist, auf 12 Grad. Etwas frisch, aber sie findet es toll.

Bad im Nordatlantik
Bad im Nordatlantik

Nachdem wir dann genug von Strand haben geht es erstmal nach Patreksfjörður. Hier hatten wir im letzten Urlaub schon mal einige nette Tage verbracht und wir bestellen bei der Tankstelle eine große Pommes. Das ist hier der echte Geizhalstipp – eine Portion reicht für zwei, kommt auch in zwei großen Plastikboxen und das für 750 Kr.

Gestärkt geht es nun zurück nach Þingeyri, aber nicht sofort. Es ist mittlerweile Abend und der Dynjandi, einer der schönsten Wasserfälle Islands, ist unser nächstes Ziel. Wir hätten hier schon auf der Hinfahrt halt machen können, doch abends scheint die Sonne auf den Wasserfall und taucht ihn in die schönsten Farben – Timing ist hier wichtig.

Wir steigen die ca. 100 Meter bis zum Hauptwasserfall auf und genießen eine Weile die Aussicht.
Dynjand

Mit der Sonne im Herzen und zufrieden mit der Welt geht es danach zurück nach Þingeyri.

Auf das Dach der Westfjorde

Die Westfjorde sind der älteste Teil Islands. Sie haben schon Eiszeiten über sich ergehen lassen. Das kann man hier sehen, denn fast alles ist oben flach – das waren die Gletscher der Eiszeit, die fast alles abgehobelt haben. Wir sind nun an einem schönen Abend auf den Bolafjall. Der ist 638 Meter hoch.

Die Straße auf den Bloafjall ist recht steil.

Das praktische für so faule Menschen wie uns: man kann mit dem Auto rauf fahren, weil dort eine Radarstation gebaut wurde – so ein Relikt des kalten Krieges.

 

 

Radarstation auf dem Bolafjall
Aussicht nach Hornstadir

Wir hatten es an dem Abend etwas eilig – die Wolken kamen und wollten uns die Aussicht vermiesen.

Man ist meistens über den Wolken
Nur nicht übermütig werden
Die Aussicht ist klasse – aber die Bilder bringen das nicht rüber

Matschfußball? Matschfußball!

Die Isländer lieben Fußball, da sind sie ja nicht anders als andere Europäer. Sie spielen auch wirklich bei jedem Wetter, das merkt man wenn man hier rumfährt und ab und zu mal in den Orten die Spielfelder beschaut – es ist wirklich oft was los und das bei jedem Wetter. Was viele aber nicht so wissen, hier oben in den Westfjorden ist das Zentrum des Matschfußballs. Hier heißt das Mýrarboltinn, soviel wie Moorfußball. In Deutschland wird es Moorfußball oder auch Matschfußball genannt – ich finde Matschfußball richtiger, weil man wohl oft kein Moor hat und einfach ein Feld in eine Matschkuhle verwandelt.

Matschfußball – so sieht das aus
Den Sack über den Kopf gibt es als Strafe

Jedenfalls waren wir bei der Europameisterschaft, so behaupteten die Isländer, aber wir glauben, dass das nicht ganz so ernst zu nehmen ist, weil man kein Ausscheidungsverfahren hat und einfach so mitmachen kann – wenn man Schuhe, hat die man ruinieren oder verlieren kann.

Ohne Schuhe spielt man eben in Socken

Für alle Beteiligten ist das ein großer Spaß und es gibt viel zu lachen, also, wenn man etwas Schadenfreude an den Tag legen mag jedenfalls.

Der Balljunge – immer im Einsatz
Hej Allihopa – Pippi Langstrumpf macht auch mit

Vorsicht ist auch als Zuschauer vonnöten, der Matsch bleibt nicht unbedingt im Feld. Einige Mannschaften wollten aber auch wirklich gewinnen.

Voller Einsatz
Entscheidung durch Elfmeterschießen

So sehen Sieger aus. Die Europameister …

Die Europameister

Ein Abend mit viel Wasser

Wasserfälle können wir Euch ja nicht vorenthalten.  Wir haben noch einen kleinen Abstecher zum Dettifoss gemacht. Der stärkste Wasserfall Europas und bekannt auch aus Kino und Fernsehen. Der Dettifoss liegt am Jökulsá á Fjöllum, einem Gletscherfluss, der reichlich Wasser mit sich führt.

Wir waren diesmal auf der Seite, die mittlerweile von Süden her mit einer Teerstraße zu erreichen ist. Die Straße wird bald bis Ásbyrgi durchgehen (wir waren da diesen Urlaub schon). Jedenfalls ist die Infrastruktur gut und wird wohl auch weiter ausgebaut (ein Weg für Rollstuhlfahrer entsteht, die Aussichtsplattform gibt es schon).

Aber hier einfach ein paar Bilder.

Nicht alle Wege sind schon Idiotensicher.

Weg am Dettifoss

In der Nähe ist übrigens der Selfoss. Lustigerweise gibt es im Ort Selfoss – in Südisland – keinen Wasserfall.

Selfoss, auch sehr schön

Tanz auf dem Vulkan

Nachdem unsere Autoprobleme vorerst gelöst schienen und wir unseren Wagen wieder hatten, war es keine Frage, dass wir endlich dahin fuhren wo wir die ganze Zeit hin wollten seit wir in Möðrudalur  angekommen waren: zur Askja. 2015 sind wir schon mal dort gewesen und hatten uns als erstes zu dem neuen Lavafeld, Holuhraun, aufgemacht, um dann festzustellen, dass der Sprit nicht mehr reichen würde wenn wir noch zum Krater hochfahren. Das sagte jedenfalls der Computer, was sich aber später als falsch raus stellte. Jedenfalls haben wir uns damals für den vorzeitigen Rückzug entschieden, so dass die Caldera auf der Liste der Dinge blieb, die noch anzusehen sind.

Nun sind wir morgens nicht die schnellsten und kamen nicht so früh los. Das machte nicht viel, denn die Tage sind im Juli auf Island ja noch lang. Von Möðrudalur aus ging es kurz auf der 901 bis zur F905. Diese Piste führt über die F902 bis zum Kverkfjöll oder über die F910 bis bis zur Askja. Dies ist die einfachste Piste, wenn man Anforderungen an die Wattiefe eines Fahrzeugs berücksichtigt, und ist auch mit einem SUV zu schaffen.

Dummerweise sind diese Pisten viel befahren und dann stellt sich das ein was den meisten sehr auf die Nerven geht – Wellblechpiste.

Wellblechpiste – die geht einem schon auf die Nerven

An diesem Tag war es so heiß das man sich wie in einer richtigen Wüste fühlte. Das erste mal haben wir solche Fata-Morgana-Luftspiegelungen gesehen. Nein, das ist kein See, in dem sich die Berge spiegeln, sondern aufgeheizte Luft.

Heiß heute in der Wüste

Nach ein paar kleinen Furten kamen auch Strecken, die eher wie eine Sandwüste waren und es gab auch Hinweisschilder, dass man nicht anhalten sollte im tiefen Sand. Im Großen und Ganzen waren die 100 km Piste bis zur Askja recht ereignislos und vor allem durch elendes Gerüttel geprägt, das hier und da durch einen tollen Ausblick belohnt wurde.

Surreale Landschaften – Schwarze Lava in einem Sand aus gelbem Bimsstein – im Hintergrund die Herðubreið, Tinas Lieblingsberg
Pisten durch Lavasand und vor farbigen Bergen
Zwei Brücken gibt es auf dem Weg – an furten ist hier nicht zu denken

Auf dem Weg wurden wir noch von freundlichen Rangern angehalten, die uns über den Nationalpark und seine Vorschriften aufklären wollten. Nicht, dass wir etwas falsch gemacht hätten – das machen die einfach schon mal von sich aus. Wir nutzten gleich mal die Gelegenheit und fragten nach unserem Rückweg: der F88, die einige bekannt-berüchtigte Furten hat und bei der immer angeraten wird, sie nicht mit einem kleinen Wagen zu fahren, wie z.B. einem Dacia Duster (manche Verleiher sind da anderer Meinung).

An der Askja, bzw. bei der Dreki-Hütte (es ist eher langsam ein Dorf) gab es dann erstmal eine Pinkelpause um dann die letzten 9 km rauf zum Krater zu fahren. Im Grunde hatte ich vom Fahren für den Tag die Nase voll. 100km Rüttelpiste reicht. Jeder sollte sich überlegen ob er nicht da gleich bleibt und am nächsten Tag weiter fährt.

Parkplatz beim Krater – gut besucht um 6 Uhr abends

Beim Krater angekommen – es sind eigentlich mindestens drei – musste man noch 2,5 km laufen um zum Viti-Krater zu kommen.

Durch die Caldera
Farbenspiele

Langeweile kommt nicht auf, eher Staunen über die Landschaft.

Alles so schön bunt hier

Im Víti-Krater kann man schwimmen, das machten auch einige. Wir hatten nichts dabei und es war ja auch immerhin schon 18 Uhr und noch ein paar Stunden Rüttelpiste, die man nicht so gerne im Dunkeln fährt.

Badende im Víti-Krater

Das Panorama im Krater ist jedenfalls gigantisch und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Víti-Krater
Öskjuvatn (also, der Askja-See) – ganz anders als der Viti

Als wir uns dann satt gesehen hatten ging es zurück und diesmal sollte es über die F88 gehen. Eine neue Strecke für uns. Wir fuhren also los. Die Sonne fing langsam an tiefer zu sinken. Erst ein Stück die F910 zurück, die wir schon kannten mit dem tiefen Sand, alles ist besser als Rüttelpiste. Dann kam die F88, die recht angenehm anfing, dann doch zeitweise an die F905 erinnerte, aber doch etwas besser war.

Ausblicke

Nach gut 20 Kilometern passierten wir Herðubreiðarlindir, eine grüne Oase am Nationalberg Herðubreið. Hier war tolles Wetter, die Ranger saßen draußen und grillten. Zu dumm das wir nicht ausgerüstet waren. Wir wären gerne geblieben und so sind wir nur schnell vorbei. Nach einigen kleinen Furten kommt dann die gefährlichste Furt über die Lindaá auf der F88.

Herðubreiðarlindir

Hier angekommen stand da ein Dacia Duster, offensichtlich abgesoffen, denn er war von innen feucht. Außerdem stand ein größerer Pickup da. Kein Mensch zu sehen. Ein Schild mit einer Erklärung für den Pegelmesser der an der tiefsten Stelle steht – der funktioniert wie eine Ampel – grün, gelb und rot. Natürlich hatten wir – rot. Der Ranger, den wir am Morgen getroffen hatten, hatte gesagt, das Wasser sei knietief.  Der Rote Pegel bedeute laut dem Schild irgendwas zwischen 40 und 80 cm – und unser Pajero kann 70 cm (bzw. 50 wenn man keine nassen Füße haben will oder auf die Türdichtungen vertraut). Nach einigen ratlosen Minuten, zurückfahren wollte ich nur höchst ungern, also Wathose angezogen und den Fluss erkundet.

Ganz schön tief…

So richtig beruhigte uns das nicht. Das Wasser war knietief an manchen Stellen und bis zur Hälfte des Oberschenkels an anderen. Der Pegelmesser war etwa 5 cm über dem Gelben, aber sollten wir es wirklich wagen? Ein kleine Bugwelle macht man immer und ein kleines Loch und es könnte das gewesen sein.

Wenig später tauchte ein Pickup mit Kabine auf. Deutsche mit noch weniger Ahnung als wir und auch nicht mutiger. Beratschlagung brachte uns nicht weiter, da tauchte Fahrzeug Nummer drei auf. Auf der anderen Seite ein Isländer mit einem koreanischen SUV. Der zog auch seine Wathose an und kam rüber. Er hatte das Fahrzeug mit der kleinsten Wattiefe und nach seinem Test auch keine Lust es als erster zu versuchen.

Nach einigen weiteren ratlosen Minuten fuhr das Paar mit dem Pickup zurück, nachdem ich ihm den Weg erklärt hatte, wie man über die 910/905 nach Mývatn kommt. Wir verweilten noch etwas, denn es kann immer sein, dass doch noch jemand kommt, der sich traut und man sehen kann ob man es schaffen kann. Das passierte auch – ein Pajero älterer Bauart mit ein wenig größeren Reifen kam, hielt nur ganz kurz und fuhr durch – allerdings waren seine Reifen teilweise fast ganz unter Wasser. Der Isländer auf der anderen Seite palaverte etwas mit dem und fuhr dann zu meinem Erstaunen mit seinem SUV durch den Fluß. Ohne Schaden und ganz dicht an der gespannten Leine. Am Morgen hatten wir noch den Tipp vom Ranger bekommen, dass 1 Meter von der Leine entfernt der beste Punkt sei – das war nicht so, was der vorher durchfahrende Paero gezeigt hatte. Der Isländer hielt dann an und sagte, dass er die Nummer der Ranger von dem anderen Pajerofahrer bekommen hatte. Dort nachgefragt bekam er den Tip, ganz an die Leine zu fahren und das es wohl klappen müsste. Hatte es ja auch.

Er blieb noch stehen für uns, falls wir, die es nun versuchen wollten, absaufen würden. Er würde dann den Rangern Bescheid geben – aber das war nicht nötig. Mit feuchten Händen aber trocken Füßen ging es durch die Furt – alles ok, kein Problem. Das Abenteuer des Tages war bestanden nun warteten nur noch 1 1/2 Stunden Piste auf uns bis wir wieder aus dem Hochland heraus waren.

Wolkenspiele auf der Rückfahrt

Im Nachhinein noch der Tipp an andere Reisende – 100 km schlechte Hochlandpiste an einem Tag sind genug. Wir hatten da jetzt 200 km und es macht irgendwann keinen Spaß mehr und wird Quälerei. Versucht, das einzuplanen.

Geschafft – Endlich wieder auf dem Campingplatz

Unprofessionell bei Autopannen

So, liebe Leute, wir müssen zugeben das wir oft einfach keine Fotos machen, wenn es eigentlich angezeigt wäre dies zu tun. Ganz besonders ist das bei uns so, wenn wir irgendwelche Probleme haben und wir unter Stress sind. Das passiert, denn bei einem Urlaub, der nicht nur die üblichen zwei oder drei Wochen dauert, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es Probleme gibt, einfach höher. Das sagt ja schon der gesunde Menschenverstand.

Jetzt haben wir zwar schon die Halbzeit überstanden, aber genug Autoprobleme für den ganzen Urlaub. Anfang Juli eine Reifenpanne. Darin haben wir schon Übung. Ein über den Zigarettenanzünder betriebener Kompressormotor liegt bereit im Kofferraum. Das Ding ist nicht groß, kostet ab 20 Euro und erspart einem in den meisten Fällen, dass man den Reifen wechseln muss. Man pumpt den Platten einfach auf – meist ist nur ein Nagel drin – und fährt zur Werkstatt, wo der Reifen geflickt wird. Da angekommen müssten wir bisher nie lange warten und konnten wieder los, so auch dieses mal. Der Spaß kostet in Island so etwa 70 €.

Als nächstes war dann die “Wir verlieren Öl im Automatikgetriebe”-Geschichte wieder dran. Das hatten wir schon letztes Jahr in Schweden. Wir bemerkten auf der Fahrt nach Möðrudalur komische Flecken auf dem Auto. Hätten wir unter das Auto geschaut, wären wir wohl gleich in Akureyri geblieben. So sind wir dann, natürlich an einem Freitag Abend, weiter gefahren und ohne Probleme auch angekommen. Da es eine lange Fahrt war, wir wollten einfach in die Sonne, haben wir uns am Abend schnell hin gelegt. Am nächsten Tag schauten wir uns das noch einmal an. Die Flecken hatten sich vermehrt und nun gab es auch einen Blick unter das Auto – alles feucht. Der Ölcheck ergab, dass wohl wieder mal das Automatikgetriebe zu wenig Öl hatte. Auf Nachfrage beim Hof schaute sich ein kundiger Mann das ganze an und meinte, dass wohl die Leitung am Ölkühler für die Automatik ein Leck hat. Dieser versorgte uns auch mit der Adresse mit der nächsten Werkstatt – 70km entfernt am Mývatn, woher wir gerade kamen. Werkstätten haben dummerweise am Wochenende zu. Das ergab auch ein Anruf, so waren wir das Wochenende dort festgenagelt – denn liegenbleiben, weil das Getriebeöl unter einen kritischen Pegel sinkt und das Getriebe nicht mehr schaltet, wäre war nun auch keine gute Option gewesen. Zum Glück war es nett bei 20°, so das man sich auch mal entspannt in der Sonne rekeln konnte – soweit so es möglich ist entspannt zu sein, wenn man nicht weiß, was mit dem Auto los ist und was der Spaß kostet.

Am Montag sind wir dann früh los, damit wir das Problem an dem Tag auch möglichst geregelt bekommen. Bei Karl Viðar am Mývatn wurde uns dann geholfen, aber nicht sofort. Der ältere Herr bat uns, um 5 Uhr wieder zu kommen. Was macht man in Reykjahlíð ohne Auto? Bzw. wenn man sich aus Angst vor Ölverlust nicht traut, damit weit zu fahren?

Erstmal frühstücken, etwas herum laufen, mit dem ACE (unserem leidgeprüften Autoclub) telefonieren und fragen wie es laufen würde, wenn wir einen Leihwagen bräuchten und dann ins Schwimmbad. Dachten wir uns jedenfalls. Schwimmbad bei 22° und dem wahrscheinlich wärmsten Tag des Jahres. Das war aber geschlossen. Das machte nicht nur uns sprachlos, sondern eine isländische Familie, die auch ins Bad wollte, ebenso. Der Pool hatte wohl ein Leck, wie unsere Ölleitung, denn das war es, was der gute Karl feststellte, als wir dann kurz vor 5 da ankamen. Und den Schlauch hätte er nicht da, der müsste aus Akureyri erst geliefert werden. Morgen gegen drei. Ganz zufällig verleiht Karl auch Autos und er hatte da auch noch einen passenden Dacia Duster für einen besonders günstigen Preis für uns – von nur ca. 245 € für einen Tag. Zufälle gibt es.

Der Duster sollte auch alle F-Straßen (das sind die Hochlandpisten) befahren können zur Askja, auch die F88 (dazu gibt es später noch eine andere Geschichte). Wir haben dann aber nur einen Ausflug nach Sænautasel gemacht, um da zu angeln. Gefangen haben wir nichts, aber die Ecke ist sehr hübsch und es gibt einen Campingplatz – falls man also nicht wie wir mit Wohnwagen unterwegs ist (die Straße ist nicht so toll), nur zu empfehlen. Die Dame des Hauses spricht auch Deutsch und ist sehr nett.

Am anderen Tag haben wir dann unser Auto abgeholt und waren wieder voll einsatzbereit. Das ganze Vergnügen kostete dann so 500 € – mit einem Gruß an unseren Mechaniker zu Hause, der soll einen falschen Schlauch verbaut haben.

Das war jetzt aber noch nicht alles. Nachdem wir dann zur Askja waren (da kommt noch ein Beitrag) und ich abends auf dem Campingplatz parkte, schaute ich mir das Profil unseres Wagens an – Hochlandpisten sind ja auch nicht ohne und eine echte Belastung für das Material. Ich hatte zufällig voll eingeschlagen beim Parken und konnte nun die Innenseite der Räder sehen – die fast vollkommen blank war ohne Profil bei beiden Vorderrädern. Da wir nun hier weg wollten und langsam in die Westfjorde nach Ísafjörður wollten, machten wir in Akureyri halt – hier gibt es ja auch mehr als eine Werkstatt und wir hatten da aus unserem letzten Urlaub schon gute Erfahrungen.

Dummerweise war jede Werkstatt in Akureyri, die Achsvermessung (das waren 5 Stück) macht, ausgebucht – mindestens 10 Tage oder mehr. Wir haben dann aber erstmal noch zwei neue Reifen montieren lassen (mal wieder locker 600€) und haben uns dann einen Termin in Ísafjörður besorgt – dort sind wir länger, weil Tina da einen Sprachkurs hat. Wir müssen nun da noch etwas länger bleiben als geplant, weil der Termin erst in der Woche nach dem Sprachkurs ist, aber das war das beste was wir kriegen konnten. Wen man es sonst eilig hat hilft meistens auch Überstunden zu zahlen, das erhöht die eh schon hohe Rechnung nochmal um sicher 50% und es ist fraglich ob die Mechaniker Lust dazu haben. Das haben wir im letzten Urlaub ausprobiert.

Mal sehen was dann passiert, es bleibt jedenfalls spannend. Und, ja, wir haben eigentlich keine Fotos von den ganzen Sachen gemacht, weil wir einfach so im Stress waren das wir nicht dran gedacht haben. Sorry!! Ach, braucht noch jemand einen Pajero? Am Ende des Urlaubs wollten wir uns wohl von ihn trennen …