Abschied

Wir werden von Deutschland aus noch ein oder zwei Beiträge nachreichen, aber dieses hier ist der letzte von Island aus.

Der erste Schnee ist vor ein paar Tagen gefallen und lag für kurze Zeit auf den Berggipfeln wie Puderzucker.

Die Hänge darunter färben sich herbstlich …

… und haben uns noch einmal mit Blaubeeren beschenkt:

Wir haben auch noch Nordlichter sehen dürfen, wenn wir auch mit der Kamera etwas zu langsam waren, die schönsten Momente einzufangen, aber hier ein Bild:
Nordlicht

Nun sind wir in Seyðisfjörður und die Fähre nach Hirtshals liegt im Hafen.

Es war wunderschön hier. Wir werden dieses Land vermissen, mit seinem Licht und seinen Schatten,

… mit seiner Ruhe und seinen Stürmen und mit all der Vielfalt seiner wilden und gleichzeitig schutzbedürftigen Landschaft.

Auf Wiedersehen, Island.

Isländisch in Ísafjörður

Nachdem wir vor zwei Jahren einen 1-Wochen-Crashkurs Isländisch in Ísafjörður hatten, wollte ich nun gern einen weiteren Kurs dort machen. Die Kurse werden vom „University Centre of the Westfjords“ angeboten (Háskólasetur Vestfjarða), sind recht preiswert und es ist extrem übersichtlich und nett dort. Die kleine – OK, winzige – Uni ist im ersten Stock dieses Gebäudes untergebracht.

Westfjords-University

Volker wollte nicht weiter mitmachen, er konzentriert sich auf seine Schwedisch-Fortschritte und es kann wegen vieler Ähnlichkeiten schon verwirrend sein, beides gleichzeitig zu lernen.

Es ist in Island zur Verständigung meist nicht notwendig, isländisch zu sprechen. Fast alle sprechen englisch, selbst die Kinder schon früh. Aber ganz oft freuen sich die Isländer sehr, wenn man nur ein paar Brocken in ihrer Sprache sagen kann. Kaum jemand lernt sie, und sie sehen es als Kompliment und als echtes Interesse an ihrem Land, wenn man sich die Mühe macht.

Und ich finde, die Sprache klingt einfach toll. Sie hat sich im Vergleich zu schwedisch, norwegisch und dänisch in den letzten tausend Jahren wenig verändert und mich fasziniert das. Es hat aber einen Nachteil: Die drei anderen genannten Sprachen sind über die Jahrhunderte deutlich einfacher geworden. Sie haben viele Endungen fallen lassen und auch vieles andere vereinfacht. wer isländisch lernen will, muss sich zum Beispiel damit abfinden, dass es für Hauptwörter eine Form mit und eine ohne bestimmten Artikel gibt, dazu jeweils vier Formen für die vier Fälle und das ganze dann noch mal in der Mehrzahl. Also 16 insgesamt. Ich fand Sprachen lernen eigentlich immer recht leicht, aber isländisch ist wirklich eine Herausforderung. Nun ja, das Gehirn will trainiert sein, also hab ich die zwei Wochen Kurs gemacht und habe viel dabei gelernt.

Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, wie sich isländisch anhört, kann das gut bei gesungenen Texten, hier ein traditionelles Wiegenlied auf youtube:
Sofðu, unga ástin mín

Volker hat sich derweil mit anderen Dingen die  Zeit vertrieben. Lesen, Beeren pflücken …
Blaubeeren

… Wäsche waschen, Angeln, ein bisschen umherlaufen …

Wir waren die zwei Wochen übrigens auf dem Campingplatz „Tungudalur“ am Ende des Skutulsförður, das st der Ford, an dem Ísafjörður liegt. Neben dem Platz ist ein Wasserfall des Flüssches Bruná, …
Campingplatz Tungudalur

…, das auch durch das Campingplatzgelände fließt. Sehr hübsch, hier mit dem goldenen Schein der tiefstehenden Abendsonne auf den Bergen im Hintergrund.
Campingplatz Tungudalur

Solltet Ihr einmal nach Ísafjörður kommen, dort campen wollen und ein Autohaben, nehmt diesen Campingplatz. Es sind fünf Kilometer bis Ísafjörður, aber er ist viel schöner als der in der Stadt. Der liegt nämlich im Hafen- / Industriegebiet, bietet abends, nachts und frühmorgens die entsprechende Geräuschkulisse und hat lediglich einen hübschen Hintergrund, einen Trollsessel:
Unter dem Trollsessel

Wir mussten hier aber eine Nacht verbringen, da unser Auto ja in die Werkstatt musste, Ihr erinnert Euch:
Das mit dem Auto und so …
Aber das darf aber auch gern die letzte Nacht bleiben, die wir dort verbrachten.

Schönes Island – Gletscher – Wasserfälle – Blumen

Wir machen einen Ausflug an die Ostseite des Flusses Hvitá.

Ein netter kleiner Wanderweg führt uns durch wunderschöne Lupinenfelder mit Blick auf den Berg Bláfell …
Bláfell

… und den Gletscher Langjökull:
Langjökull

Direkt an diesem Gletscher liegt auch der See Hvitárvatn, aus dem die Hvitá entspringt.

Bachnelkenwurz, Hahnenfuß und andere hübsche Blumen zieren weite Uferbereiche der Hvitá (im Hintergrund noch einmal der Bláfell):
Ufer der Hvitá

In manchen Bereichen schneidet der Fluss aber auch tief in den Felsen ein:
Hvitáschlucht

Auf unserem weiteren Weg an diesem Tag besuchen wir noch den Wasserfall Faxifoss oder Vatnsleysufoss, neben den man eine Lachstreppe gebaut hat, um den Fischen den Aufstieg zu erleichtern.
Faxifoss / Vatnsleysufoss

Wir nutzen den am Ufer stehenden Holztisch mit Bänken für unser Picknick, das wir zum Abendessen gepackt haben. Ein netter Ausklang unseres Ausflugs.

Mistviecher …

Es ist nicht alles schön auf Island. Haben wir uns auf unseren bisherigen Reisen hierher immer gefreut, dass hier nichts sticht und beißt, mussten wir dieses mal Bekanntschaft mit einer wahren Plage machen. Eine aggressive Kriebelmückenart macht sich neuerdings im Südwesten Islands breit. Die Isländer nennen diese kleinen Viecher bitmý, Beißmücke.

Sie sind sehr winzig, vielleicht 1,5 mm, schwarz und schmal. Und so kommen sie auch durch die Maschen unseres Mückengitters im Wohnwagen problemlos hindurch. Man sieht sie auch kaum, weil sie so winzig sind. Also kann man nicht einfach mal eine „Mordrunde“ gehen und alle erschlagen. Wenn es ruhig und relativ warm ist, beißen sie dann abends und nachts zu, spucken gerinnungshemmendes Zeug in die Bissstelle und kosten, ob die austretende Gewebsflüssigkeit ihnen genehm ist. Wenn nicht, versuchen sie es wenige Millimeter weiter erneut. Die Bisse jucken fürchterlich, viel schlimmer als unsere Mücken zu Hause, und nerven einen jeweils etwa zehn Tage lang. Und wer das Pech hat, ihnen zu schmecken, darf auf viele Dutzend Bisse „hoffen“. Volker und ich kamen auf jeweils etwa 50.

Hier ein Link zu einem isländischen Artikel mit „Schadbild“, leider ist der Zustand des armen Kerls keine Ausnahme.
Link zum Artikel auf visir.is

Nach den ersten unangenehmen Begegnungen mit diesen Biestern haben wir im Netz gesucht, was das ist, was uns da beißt. Seit 2015 gibt es in isländischen Medien Berichte aus dem Südwesten des Landes, zum Beispiel darüber, dass Leute ihre Sommerhäuser wieder verlassen haben, weil sie es dort wegen dieser Tiere nicht aushielten. Einer der Hotspots ist Mosfellsbær, also ausgerechnet der Ort, an dem wir zwei Wochen mit unseren drei Trollen (siehe hier) in einem Ferienhaus verbringen.

Dieser Plage wollten wir uns dann nicht länger als nötig aussetzen und so habe ich mich per E-Mail an den Insektenforscher des naturhistorischen Instituts Islands gewendet, der in den Artikeln ein paar mal zitiert wurde. Ich habe gefragt, wo es diese fiesen Tiere gibt und ob das jahreszeitlich begrenzt ist, damit wir unseren weiteren Reiseverlauf passend planen können.

Ich wurde sehr hilfsbereit und schnell informiert, dass sie sich seit zwei Jahren im Südwesten verbreiten, dass Mosfellsbær ein Hotspot ist und dass sie dieses Jahr erstmalig in Varmaland aufgetreten sind, wo wir das erste mal mit ihnen unangenehme Bekanntschaft machten. Ein gutes Stück weiter nördlich und / oder östlich sollten wir in Sicherheit sein. Der Insektenforscher hält sie nicht für eine neue Art auf Island, sondern denkt, dass sie schon lange da waren, aber nun „verbesserte“ Bedingungen vorfinden und sich massenhaft vermehren, möglicherweise durch den Klimawandel. Und er informierte mich, dass es nun jahreszeitlich bedingt wieder weniger werden sollen. Gut zu wissen, so haben wir doch eine Planungsgrundlage. Insektentechnisch gesehen hat Island für uns mit der Verbreitung dieser Plagegeister nun leider seine Unschuld verloren.

Es wird nicht dunkel – Mitternachtssonne

In Nordisland wird es in diesen Wochen nicht dunkel. Die Sonne geht um Mittsommer um 1:00 Uhr unter und um 1:30 Uhr wieder auf … und auch in dieser halben Stunde wird es nicht dunkel, sondern nur etwas dämmerig. Dieses Bild habe ich zur „dunkelsten“ Zeit am Morgen des 22. Juni aufgenommen:
Mitternachtssonne

Das ist für mehrere Wochen so und es ist eines der Dinge, die mich an diesen Breitengraden total faszinieren. Wir legen uns meist gegen 1:00 Uhr schlafen und ich muss immer noch mal rausschauen und mich freuen, wie hell es ist 🙂

Schafe, die auf Menschen starren …

Der nächste Campingplatz, den wir anfahren, ist in Þórshöfn auf der Langanes-Halbinsel am Þistilfjörður. Der Legende nach wurde am Anbeginn der Zeit der Hammer Mjölnir des mächtigen Donnergottes Thor (= Þór) auf die Halbinsel Langanes geworfen und hat so den Hafen (= höfn) geschaffen, daher der Name Þórshöfn.

Das Wetter ist uns hier nicht so wohlgesonnen. Zwar meist trocken, aber ziemlich neblig. Sollen wir da überhaupt losfahren zur Aussichtsplattform beim Felsen Stóri Karl, fragen wir uns?

Wir tun es. Auf dem Weg sehen wir wie so oft in den abgelegeneren Gegenden Islands verlassene Höfe, die irgendwie eine besondere Ausstrahlung haben. Man versucht unwillkürlich, sich vorzustellen, wie die Menschen dort gelebt haben mögen.
Verlassenes Haus

Sehr nett finden wir es von den Isländern, dass sie extra mit einer Straßenwalze vor uns herfahren, um die teils doch recht holprigen Straßen zu glätten.
Straßenwalze

Hier wie an vielen anderen Orten an der Nordküste Islands sehen wir Massen von Treibholz an den Stränden. Es wird über den Atlantik aus Sibirien angeschwemmt und lagert sich nach mehreren Jahren im Meer hier an der isländischen Küste ab. Für ein waldarmes Land waren diese Baumstämme ein willkommenes Geschenk und auch heute noch wird das Holz verwendet, zum Beispiel für Zaunpfähle.
Treibholz

Wir erreichen unser Ziel, die Aussichtsplattform, von der aus man die Felsnadel Stóri Karl sehen kann. Nichts für Menschen, die nicht schwindelfrei sind, die Plattform ragt mehrere Meter über das Kliff hinaus.
Aussichtsplattform Stori Karl

Auf dem Stóri Karl nistet eine große Kolonie Basstölpel und der Nebel hat sich so weit gelichtet, dass wir sie gut sehen können.
Basstoelpelkolonie

Diese Vögel sind etwa so groß wie eine Gans und haben den Namen Tölpel nicht verdient. Sie sind elegante Flieger und geschickte Taucher. Hier ist einer gerade im Landeanflug, wir vermuten, dass er und der zu ihm hochschauende Vogel ein Paar sind.
Basstoelpel

Es gibt aber nicht nur Vögel hier. Während wir die Vögel beobachten, beobachten einige Schafe uns. Schafe, die auf Menschen starren, die auf Vögel starren.
Schafe starren uns an

Nachdem wir den Basstölpeln sowie den ebenfalls anwesenden Trottellummen und – ja, auch wieder – Papageientauchern eine Weile zugesehen haben, machen wir uns auf den Rückweg.

Der isländische Himmel zeigt sich von seiner dramatischen Seite. Ein Silberstreif am Horizont:
Silberstreif am Horizont

Und Wolkenformationen, die selbst weniger schönes Wetter vielleicht nicht liebenswert, aber zumindest spannend machen:
Spannender Himmel

Wir jedenfalls sind immer wieder fasziniert vom Wechselspiel von Licht und Dunkelheit am Himmel Islands.

Svarfaðardalur – Ausflug in die Vogelwelt

Die Kulisse war großartig auf dem Campingplatz Húsabakki im Svarfaðardalur, aus dem Fenster unseres Wohnwagens bot sich dieser Ausblick:
Svarfadardalur Blick aus Wohnwagenfenster

Der Campingplatz, nahe am Eyarfjörður, etwas westlich von Dalvík, liegt direkt an einem Vogelschutzgebiet. Dort ist ein Spazierweg angelegt, den wir gegangen sind. Vogelfotos ließen sich kaum vermeiden 🙂

Eine Uferschnepfe:
Uferschnepfe

Sehr niedlich sind die kleinen Odinshühnchen:
Odinshünchen

Rotschenkel präsentieren sich unheimlich gern auf Zaunpfählen:
Rotschenkel

Es gab noch reichlich andere Vogelarten in diesem schönen Feuchtwiesenbiotop. Vogelliebhaber kommen auf Island garantiert voll auf ihre Kosten.

Wir haben die Chance genutzt, in Akureyri Bekannte zu treffen.
Drei Trolle in Akureyri
Nein, auf dem Bild sind sie nicht. Das sind nur drei Trolle in Akureyri.

Diese alte Brücke mit einem kleinen Wasserfall in der Nähe des Campingplatzes konnten wir unserer Kamera und Euch nicht vorenthalten:
Alte Brücke

An einem Abend sind wir dann zu den umliegenden kleinen Küstenhäfen gefahren, in der Hoffnung, Wale zu sehen und unser Abendessen zu fangen.
Das mit dem Walen hat leider nicht geklappt, auch nicht in dem niedlichen Ort Hjalteyri, wo vor zwei Jahren 50 Meter vor uns ein Buckelwal auftauchte. Der kleine Hafen ist aber so oder so hübsch anzusehen:
Hafen von Hjalteyri
Und das mit dem Abendessen war kein Problem. In Árskógssandur fingen wir zwei Klieschen (Plattfische), die gebraten wirklich lecker waren.

(Anmerkung Volker: Danke an die netten Britten die uns ein paar Köder geschenkt haben zum Angeln und dann zusehen mussten wie wir mit einer Angel mehr fingen als sie mit drei.)

Drollige Kerlchen, diese Papageientaucher

Die Wettervorhersage war ganz gut für den Freitag, so entschieden wir uns, nach Bakkagerði zu fahren, um Papageientaucher zu sehen. Da es später am Tag nicht mehr so schönes Wetter sein soll, fahren wir erst einmal zügig zum Ziel.

Bakkagerði ist ein kleiner Ort mit vielleicht 100 EinwohnerInnen. Die Papageientaucher sind dort eindeutig in der Überzahl. Auf diesem Bild sieht man dicht an dicht die Höhlen, die sie sich unter der Grasnarbe bauen und überall sitzen sie dort:
Felsenhang voller Puffinhöhlen

Überall herrscht geschäftiges Treiben, sie bauen noch an ihren Nestern. Grashalme und anderes Pflanzenmaterial bringen sie in ihre Höhlen, um es sich und ihrem Nachwuchs gemütlich zu machen.
Puffins auf dem Felsen

Es ist einfach wunderschön, diese putzigen Tierchen zu sehen, erst recht in einer so schönen Landschaft.
Landschaftsbild mit Puffins im Vordergrund

Wenn sie landen wollen, sieht es irgendwie immer aus als seine sie Zeichentrickfiguren. Ihre roten Füße hängen erst herab und kurz bevor sie landen stellen sie sie nach vorn, der Flugrichtung entgegen.
Puffin im Landeanflug

Wir konnten ziemlich nach an sie heran, in Bakkagerði haben sie Holztreppen und Plattformen für die Gäste gebaut. Die Vögel sind auch nicht besonders scheu.
Zwei Puffins im Gras

Er hier sieht aus als ob er gerade seine Gedanken in die Ferne schweifen lässt und überlegt, wo es demnächst hingehen soll. Ein Puffin mit Fernweh.
Puffin mit Fernweh

Dieser hier saß eine Weile einfach auf diesem flechtenbewachsenen Felsen:
Puffin auf flechtenbewachsenem Felsen

Schwimmen können sie natürlich auch:
Schwimmender Puffin

Der hier posierte vor seiner Höhle:
Puffin vor seiner Höhle

Und hier ist zum Schluss noch ein echtes Postkartenbild:

Wir haben es sehr genossen, ihnen zuzusehen. Es sind einfach Gute-Laune-Vögel.

Auf dem Rückweg haben wir dann noch ein paar landschaftliche Schönheiten genossen. Wir sind ein Stück in die Schlucht Innra Hvannagil hineingegangen. Die Berge dort sind aus faszinierend goldgelbem, strahlendem Rhyolith, durchzogen von dunkelgrauen Basaltadern. Über die Schlucht gibt es viele Erzählungen von merkwürdigen, geisterhaften Ereignissen, die den Bauern dort widerfahren sind.
innra Hvannagil

Weitere faszinierende Ansichten konnten wir beim Gebirge Dyrfjöll (isländisch für Türberge). Die namensgebende Tür beziehungsweise das Tor sind nicht zu übersehen. Wie alle etwas höheren Berge sind auch diese oben noch schneebedeckt. So kann man besonders gut erkennen, dass die Berge aus verschiedenen Schichten bestehen. Das Gebirge ist ein erloschener Zentralvulkan aus der älteren Zeit Islands und ist etwa 12 Millionen Jahre alt.
Dyrfjöll

Ein Tagesausflug mit vielen schönen Eindrücken ging zu Ende und wir fuhren zurück zu unserem Wohnwagen und ließen den Tag ruhig ausklingen.

Endlich da! Wir sind auf Island.

Wir haben die Nacht vor der Einschiffung auf einem Campingplatz in Hirtshals verbracht, die Sonne hat geschienen und wir haben uns noch mal gefreut, die Fahrt nach Hirtshals auf zwei Etappen aufgeteilt zu haben. So war alles viel entspannter und wir hatten den Pfingstreiseverkehr in Deutschland vermieden.

Gegen 12:30 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Fähranleger und reihen uns ein in die Schlangen wartender Autos, Wohnmobile, umgebauter THW-Fahrzeuge und anderer Interessantheiten. Im Hintergrund die Norröna, die Islandfähre der Smyrill-Line, auf der wir die kommenden drei Tage und Nächte verbringen werden.

Die Norröna macht immer einen Zwischenhalt in Tórshavn auf den Färöern. Man kann dort seine Fahrt unterbrechen und eine Woche später fortsetzen. Das haben wir vor zwei Jahren gemacht. Dieses mal haben wir nur einen kleinen Landgang während der Liegezeit unternommen, sind ein wenig durch den Ort geschlendert, haben einen Kaffee getrunken und sind dann zurück auf das Schiff. Das Bild ist nach dem Ablegen von der Fähre aus aufgenommen. Die Halbinsel im Vordergrund heißt Tinganes, also sinngemäß Parlamentshalbinsel, und so ist es auch, dort tagt das Parlament der Färöer und dort ist auch der Regierungssitz. In diesem alten Stadtkern haben die Häuser oft Grasdächer, ein sehr hübscher Anblick.

Nach einer insgesamt recht ruhigen Überfahrt verlassen wir am Pfingstdienstag die Fähre in Seyðisfjörður im Osten Islands. Die Berge sind teilweise noch schneebedeckt, wie mit Puderzucker überstreut. Wir haben diesen Anblick vermisst, schön, ihn wieder zu erleben.

Es geht erst einmal über die Hochebene Fjarðarheiði, wo es doch tatsächlich schneit und die Temperatur auf 1 Grad fällt. Auf den kleinen Schmelzwasserseen oben auf den Bergen schwimmen noch viele Eisschollen. Leider nicht fotogeeignet wegen des rieselnden Schnees. Wir fahren nach Egilstaðir, um unsere Gasflasche gegen eine isländische Flasche einzutauschen, Verpflegung einzukaufen, eine SIM-Karte für den Internetzugang zu besorgen und die örtliche Touristinfo um 750 Gramm Prospekte zu erleichtern. Dann geht es weiter zum Campingplatz Atlavík, der an dem langgestreckten See Lagarfljót liegt. Dort haben wir uns mit einem Paar verabredet, die in den letzten Wochen Island mit einem Eriba Touring erkundet haben und so haben wir das erste Touringtreffen auf Island organisiert. Zugegeben, es waren nur zwei Tourings, aber immerhin, es ist ein Anfang:

Jetzt ist es so weit!

Wir machen unsere zweite große Islandreise. Nachdem wir vor zwei Jahren teils in Häusern, aber insgesamt auch sieben Wochen im Zelt gewohnt haben, sind wir diesmal mit dem Wohnwagen unterwegs.

Wir haben ihn seit dem vergangenen Jahr, klein, aber fein, ein Eriba Touring Triton 410 GT, hier auf unserem ersten Campingplatz kurz hinter der dänischen Grenze in Sønderballe Strand. Er wird die nächsten vier Monate unser Zuhause sein. Im rückwärtigen Teil unser Bett …

… und im vorderen Teil Sitzecke, Kleiderschrank und Küchenblock:

Am Samstag fährt die Fähre in Hirtshals im Norden Dänemarks ab. Sie wird auf den Färöern einen Zwischenstopp machen und dann weiter nach Island fahren, wo sie am Dienstag in Seyðisfjörður im Osten Islands ankommen wird. Dann können wir uns eine Internet-SIM-Karte kaufen und Euch weiter berichten. Bis dahin: Bless bless (isländisch für Tschüß).