Ein Abend mit viel Wasser

Wasserfälle können wir Euch ja nicht vorenthalten.  Wir haben noch einen kleinen Abstecher zum Dettifoss gemacht. Der stärkste Wasserfall Europas und bekannt auch aus Kino und Fernsehen. Der Dettifoss liegt am Jökulsá á Fjöllum, einem Gletscherfluss, der reichlich Wasser mit sich führt.

Wir waren diesmal auf der Seite, die mittlerweile von Süden her mit einer Teerstraße zu erreichen ist. Die Straße wird bald bis Ásbyrgi durchgehen (wir waren da diesen Urlaub schon). Jedenfalls ist die Infrastruktur gut und wird wohl auch weiter ausgebaut (ein Weg für Rollstuhlfahrer entsteht, die Aussichtsplattform gibt es schon).

Aber hier einfach ein paar Bilder.

Nicht alle Wege sind schon Idiotensicher.

Weg am Dettifoss

In der Nähe ist übrigens der Selfoss. Lustigerweise gibt es im Ort Selfoss – in Südisland – keinen Wasserfall.

Selfoss, auch sehr schön

Tanz auf dem Vulkan

Nachdem unsere Autoprobleme vorerst gelöst schienen und wir unseren Wagen wieder hatten, war es keine Frage, dass wir endlich dahin fuhren wo wir die ganze Zeit hin wollten seit wir in Möðrudalur  angekommen waren: zur Askja. 2015 sind wir schon mal dort gewesen und hatten uns als erstes zu dem neuen Lavafeld, Holuhraun, aufgemacht, um dann festzustellen, dass der Sprit nicht mehr reichen würde wenn wir noch zum Krater hochfahren. Das sagte jedenfalls der Computer, was sich aber später als falsch raus stellte. Jedenfalls haben wir uns damals für den vorzeitigen Rückzug entschieden, so dass die Caldera auf der Liste der Dinge blieb, die noch anzusehen sind.

Nun sind wir morgens nicht die schnellsten und kamen nicht so früh los. Das machte nicht viel, denn die Tage sind im Juli auf Island ja noch lang. Von Möðrudalur aus ging es kurz auf der 901 bis zur F905. Diese Piste führt über die F902 bis zum Kverkfjöll oder über die F910 bis bis zur Askja. Dies ist die einfachste Piste, wenn man Anforderungen an die Wattiefe eines Fahrzeugs berücksichtigt, und ist auch mit einem SUV zu schaffen.

Dummerweise sind diese Pisten viel befahren und dann stellt sich das ein was den meisten sehr auf die Nerven geht – Wellblechpiste.

Wellblechpiste – die geht einem schon auf die Nerven

An diesem Tag war es so heiß das man sich wie in einer richtigen Wüste fühlte. Das erste mal haben wir solche Fata-Morgana-Luftspiegelungen gesehen. Nein, das ist kein See, in dem sich die Berge spiegeln, sondern aufgeheizte Luft.

Heiß heute in der Wüste

Nach ein paar kleinen Furten kamen auch Strecken, die eher wie eine Sandwüste waren und es gab auch Hinweisschilder, dass man nicht anhalten sollte im tiefen Sand. Im Großen und Ganzen waren die 100 km Piste bis zur Askja recht ereignislos und vor allem durch elendes Gerüttel geprägt, das hier und da durch einen tollen Ausblick belohnt wurde.

Surreale Landschaften – Schwarze Lava in einem Sand aus gelbem Bimsstein – im Hintergrund die Herðubreið, Tinas Lieblingsberg
Pisten durch Lavasand und vor farbigen Bergen
Zwei Brücken gibt es auf dem Weg – an furten ist hier nicht zu denken

Auf dem Weg wurden wir noch von freundlichen Rangern angehalten, die uns über den Nationalpark und seine Vorschriften aufklären wollten. Nicht, dass wir etwas falsch gemacht hätten – das machen die einfach schon mal von sich aus. Wir nutzten gleich mal die Gelegenheit und fragten nach unserem Rückweg: der F88, die einige bekannt-berüchtigte Furten hat und bei der immer angeraten wird, sie nicht mit einem kleinen Wagen zu fahren, wie z.B. einem Dacia Duster (manche Verleiher sind da anderer Meinung).

An der Askja, bzw. bei der Dreki-Hütte (es ist eher langsam ein Dorf) gab es dann erstmal eine Pinkelpause um dann die letzten 9 km rauf zum Krater zu fahren. Im Grunde hatte ich vom Fahren für den Tag die Nase voll. 100km Rüttelpiste reicht. Jeder sollte sich überlegen ob er nicht da gleich bleibt und am nächsten Tag weiter fährt.

Parkplatz beim Krater – gut besucht um 6 Uhr abends

Beim Krater angekommen – es sind eigentlich mindestens drei – musste man noch 2,5 km laufen um zum Viti-Krater zu kommen.

Durch die Caldera
Farbenspiele

Langeweile kommt nicht auf, eher Staunen über die Landschaft.

Alles so schön bunt hier

Im Víti-Krater kann man schwimmen, das machten auch einige. Wir hatten nichts dabei und es war ja auch immerhin schon 18 Uhr und noch ein paar Stunden Rüttelpiste, die man nicht so gerne im Dunkeln fährt.

Badende im Víti-Krater

Das Panorama im Krater ist jedenfalls gigantisch und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Víti-Krater
Öskjuvatn (also, der Askja-See) – ganz anders als der Viti

Als wir uns dann satt gesehen hatten ging es zurück und diesmal sollte es über die F88 gehen. Eine neue Strecke für uns. Wir fuhren also los. Die Sonne fing langsam an tiefer zu sinken. Erst ein Stück die F910 zurück, die wir schon kannten mit dem tiefen Sand, alles ist besser als Rüttelpiste. Dann kam die F88, die recht angenehm anfing, dann doch zeitweise an die F905 erinnerte, aber doch etwas besser war.

Ausblicke

Nach gut 20 Kilometern passierten wir Herðubreiðarlindir, eine grüne Oase am Nationalberg Herðubreið. Hier war tolles Wetter, die Ranger saßen draußen und grillten. Zu dumm das wir nicht ausgerüstet waren. Wir wären gerne geblieben und so sind wir nur schnell vorbei. Nach einigen kleinen Furten kommt dann die gefährlichste Furt über die Lindaá auf der F88.

Herðubreiðarlindir

Hier angekommen stand da ein Dacia Duster, offensichtlich abgesoffen, denn er war von innen feucht. Außerdem stand ein größerer Pickup da. Kein Mensch zu sehen. Ein Schild mit einer Erklärung für den Pegelmesser der an der tiefsten Stelle steht – der funktioniert wie eine Ampel – grün, gelb und rot. Natürlich hatten wir – rot. Der Ranger, den wir am Morgen getroffen hatten, hatte gesagt, das Wasser sei knietief.  Der Rote Pegel bedeute laut dem Schild irgendwas zwischen 40 und 80 cm – und unser Pajero kann 70 cm (bzw. 50 wenn man keine nassen Füße haben will oder auf die Türdichtungen vertraut). Nach einigen ratlosen Minuten, zurückfahren wollte ich nur höchst ungern, also Wathose angezogen und den Fluss erkundet.

Ganz schön tief…

So richtig beruhigte uns das nicht. Das Wasser war knietief an manchen Stellen und bis zur Hälfte des Oberschenkels an anderen. Der Pegelmesser war etwa 5 cm über dem Gelben, aber sollten wir es wirklich wagen? Ein kleine Bugwelle macht man immer und ein kleines Loch und es könnte das gewesen sein.

Wenig später tauchte ein Pickup mit Kabine auf. Deutsche mit noch weniger Ahnung als wir und auch nicht mutiger. Beratschlagung brachte uns nicht weiter, da tauchte Fahrzeug Nummer drei auf. Auf der anderen Seite ein Isländer mit einem koreanischen SUV. Der zog auch seine Wathose an und kam rüber. Er hatte das Fahrzeug mit der kleinsten Wattiefe und nach seinem Test auch keine Lust es als erster zu versuchen.

Nach einigen weiteren ratlosen Minuten fuhr das Paar mit dem Pickup zurück, nachdem ich ihm den Weg erklärt hatte, wie man über die 910/905 nach Mývatn kommt. Wir verweilten noch etwas, denn es kann immer sein, dass doch noch jemand kommt, der sich traut und man sehen kann ob man es schaffen kann. Das passierte auch – ein Pajero älterer Bauart mit ein wenig größeren Reifen kam, hielt nur ganz kurz und fuhr durch – allerdings waren seine Reifen teilweise fast ganz unter Wasser. Der Isländer auf der anderen Seite palaverte etwas mit dem und fuhr dann zu meinem Erstaunen mit seinem SUV durch den Fluß. Ohne Schaden und ganz dicht an der gespannten Leine. Am Morgen hatten wir noch den Tipp vom Ranger bekommen, dass 1 Meter von der Leine entfernt der beste Punkt sei – das war nicht so, was der vorher durchfahrende Paero gezeigt hatte. Der Isländer hielt dann an und sagte, dass er die Nummer der Ranger von dem anderen Pajerofahrer bekommen hatte. Dort nachgefragt bekam er den Tip, ganz an die Leine zu fahren und das es wohl klappen müsste. Hatte es ja auch.

Er blieb noch stehen für uns, falls wir, die es nun versuchen wollten, absaufen würden. Er würde dann den Rangern Bescheid geben – aber das war nicht nötig. Mit feuchten Händen aber trocken Füßen ging es durch die Furt – alles ok, kein Problem. Das Abenteuer des Tages war bestanden nun warteten nur noch 1 1/2 Stunden Piste auf uns bis wir wieder aus dem Hochland heraus waren.

Wolkenspiele auf der Rückfahrt

Im Nachhinein noch der Tipp an andere Reisende – 100 km schlechte Hochlandpiste an einem Tag sind genug. Wir hatten da jetzt 200 km und es macht irgendwann keinen Spaß mehr und wird Quälerei. Versucht, das einzuplanen.

Geschafft – Endlich wieder auf dem Campingplatz

Unprofessionell bei Autopannen

So, liebe Leute, wir müssen zugeben das wir oft einfach keine Fotos machen, wenn es eigentlich angezeigt wäre dies zu tun. Ganz besonders ist das bei uns so, wenn wir irgendwelche Probleme haben und wir unter Stress sind. Das passiert, denn bei einem Urlaub, der nicht nur die üblichen zwei oder drei Wochen dauert, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es Probleme gibt, einfach höher. Das sagt ja schon der gesunde Menschenverstand.

Jetzt haben wir zwar schon die Halbzeit überstanden, aber genug Autoprobleme für den ganzen Urlaub. Anfang Juli eine Reifenpanne. Darin haben wir schon Übung. Ein über den Zigarettenanzünder betriebener Kompressormotor liegt bereit im Kofferraum. Das Ding ist nicht groß, kostet ab 20 Euro und erspart einem in den meisten Fällen, dass man den Reifen wechseln muss. Man pumpt den Platten einfach auf – meist ist nur ein Nagel drin – und fährt zur Werkstatt, wo der Reifen geflickt wird. Da angekommen müssten wir bisher nie lange warten und konnten wieder los, so auch dieses mal. Der Spaß kostet in Island so etwa 70 €.

Als nächstes war dann die “Wir verlieren Öl im Automatikgetriebe”-Geschichte wieder dran. Das hatten wir schon letztes Jahr in Schweden. Wir bemerkten auf der Fahrt nach Möðrudalur komische Flecken auf dem Auto. Hätten wir unter das Auto geschaut, wären wir wohl gleich in Akureyri geblieben. So sind wir dann, natürlich an einem Freitag Abend, weiter gefahren und ohne Probleme auch angekommen. Da es eine lange Fahrt war, wir wollten einfach in die Sonne, haben wir uns am Abend schnell hin gelegt. Am nächsten Tag schauten wir uns das noch einmal an. Die Flecken hatten sich vermehrt und nun gab es auch einen Blick unter das Auto – alles feucht. Der Ölcheck ergab, dass wohl wieder mal das Automatikgetriebe zu wenig Öl hatte. Auf Nachfrage beim Hof schaute sich ein kundiger Mann das ganze an und meinte, dass wohl die Leitung am Ölkühler für die Automatik ein Leck hat. Dieser versorgte uns auch mit der Adresse mit der nächsten Werkstatt – 70km entfernt am Mývatn, woher wir gerade kamen. Werkstätten haben dummerweise am Wochenende zu. Das ergab auch ein Anruf, so waren wir das Wochenende dort festgenagelt – denn liegenbleiben, weil das Getriebeöl unter einen kritischen Pegel sinkt und das Getriebe nicht mehr schaltet, wäre war nun auch keine gute Option gewesen. Zum Glück war es nett bei 20°, so das man sich auch mal entspannt in der Sonne rekeln konnte – soweit so es möglich ist entspannt zu sein, wenn man nicht weiß, was mit dem Auto los ist und was der Spaß kostet.

Am Montag sind wir dann früh los, damit wir das Problem an dem Tag auch möglichst geregelt bekommen. Bei Karl Viðar am Mývatn wurde uns dann geholfen, aber nicht sofort. Der ältere Herr bat uns, um 5 Uhr wieder zu kommen. Was macht man in Reykjahlíð ohne Auto? Bzw. wenn man sich aus Angst vor Ölverlust nicht traut, damit weit zu fahren?

Erstmal frühstücken, etwas herum laufen, mit dem ACE (unserem leidgeprüften Autoclub) telefonieren und fragen wie es laufen würde, wenn wir einen Leihwagen bräuchten und dann ins Schwimmbad. Dachten wir uns jedenfalls. Schwimmbad bei 22° und dem wahrscheinlich wärmsten Tag des Jahres. Das war aber geschlossen. Das machte nicht nur uns sprachlos, sondern eine isländische Familie, die auch ins Bad wollte, ebenso. Der Pool hatte wohl ein Leck, wie unsere Ölleitung, denn das war es, was der gute Karl feststellte, als wir dann kurz vor 5 da ankamen. Und den Schlauch hätte er nicht da, der müsste aus Akureyri erst geliefert werden. Morgen gegen drei. Ganz zufällig verleiht Karl auch Autos und er hatte da auch noch einen passenden Dacia Duster für einen besonders günstigen Preis für uns – von nur ca. 245 € für einen Tag. Zufälle gibt es.

Der Duster sollte auch alle F-Straßen (das sind die Hochlandpisten) befahren können zur Askja, auch die F88 (dazu gibt es später noch eine andere Geschichte). Wir haben dann aber nur einen Ausflug nach Sænautasel gemacht, um da zu angeln. Gefangen haben wir nichts, aber die Ecke ist sehr hübsch und es gibt einen Campingplatz – falls man also nicht wie wir mit Wohnwagen unterwegs ist (die Straße ist nicht so toll), nur zu empfehlen. Die Dame des Hauses spricht auch Deutsch und ist sehr nett.

Am anderen Tag haben wir dann unser Auto abgeholt und waren wieder voll einsatzbereit. Das ganze Vergnügen kostete dann so 500 € – mit einem Gruß an unseren Mechaniker zu Hause, der soll einen falschen Schlauch verbaut haben.

Das war jetzt aber noch nicht alles. Nachdem wir dann zur Askja waren (da kommt noch ein Beitrag) und ich abends auf dem Campingplatz parkte, schaute ich mir das Profil unseres Wagens an – Hochlandpisten sind ja auch nicht ohne und eine echte Belastung für das Material. Ich hatte zufällig voll eingeschlagen beim Parken und konnte nun die Innenseite der Räder sehen – die fast vollkommen blank war ohne Profil bei beiden Vorderrädern. Da wir nun hier weg wollten und langsam in die Westfjorde nach Ísafjörður wollten, machten wir in Akureyri halt – hier gibt es ja auch mehr als eine Werkstatt und wir hatten da aus unserem letzten Urlaub schon gute Erfahrungen.

Dummerweise war jede Werkstatt in Akureyri, die Achsvermessung (das waren 5 Stück) macht, ausgebucht – mindestens 10 Tage oder mehr. Wir haben dann aber erstmal noch zwei neue Reifen montieren lassen (mal wieder locker 600€) und haben uns dann einen Termin in Ísafjörður besorgt – dort sind wir länger, weil Tina da einen Sprachkurs hat. Wir müssen nun da noch etwas länger bleiben als geplant, weil der Termin erst in der Woche nach dem Sprachkurs ist, aber das war das beste was wir kriegen konnten. Wen man es sonst eilig hat hilft meistens auch Überstunden zu zahlen, das erhöht die eh schon hohe Rechnung nochmal um sicher 50% und es ist fraglich ob die Mechaniker Lust dazu haben. Das haben wir im letzten Urlaub ausprobiert.

Mal sehen was dann passiert, es bleibt jedenfalls spannend. Und, ja, wir haben eigentlich keine Fotos von den ganzen Sachen gemacht, weil wir einfach so im Stress waren das wir nicht dran gedacht haben. Sorry!! Ach, braucht noch jemand einen Pajero? Am Ende des Urlaubs wollten wir uns wohl von ihn trennen …

Schönheit im Regen

Um den garstigen Biestern und ihren juckenden Folgen zu entkommen sind wir, nachdem unser Besuch abgereist war, in Richtung der Snæfellsnes Halbinsel gefahren. Das ist ohne Frage eine der schönsten Ecken Islands, was Berge und Küsten angeht. Was ihm abgeht sind spektakuläre Wasserfälle oder Geothermalgebiete. Das braucht es hier aber auch nicht.
Snæfellsnes

Als wir gegen Abend in Ólafsvík ankamen, war es noch ganz kurz ganz nett,
Campingplatz Ólafsvík
dann wurde das Wetter schon etwas unfreundlich. Der nächste Tag war recht stürmisch. Auch an den folgenden Tagen leider kaum ein bisschen Sonnenschein. Da wir vor zwei Jahren hier schon waren und man ja keine schlechteren Fotos als beim mal davor produzieren will, haben wir verhältnismäßig wenige Bilder gemacht.

Allerdings haben wir spät abends mit einem Funken Sonne einen Ausflug nach Öndverðarnes angetreten. Die Küste dort bietet faszinierende Anblicke und ehrlich gesagt – auch Wolken können schön sein:
Öndverðarnes

Öndverðarnes

Himmel über Öndverðarnes

Die einzige Trinkwasserquelle der Gegend war früher der Brunnen Fálki. Man kann ein paar Meter in diesen Eingang …
Brunnen Fálki
… hineingehen und steht dann an der Kante des Trinkwasserreservoirs.

Wir fahren weiter und kommen zu den Klippen, die Svörtuloft genannt werden. Die Seevögel schätzen sie sehr und bewohnen sie, wie man an den weißen Spuren sieht.
Svörtuloft

Früher sind an diesen Klippen viele Schiffe zerschellt. Der Leuchtturm Svörtuloftaviti – im typischen Island-Leuchtturm-orangegelb – sollte solche Unglücke möglichst verhindern.
Svörtuloftaviti

An einem anderen Tag sind wir nach Arnarstapi gefahren und haben auf dem Weg dorthin erst einmal unseren täglichen Wasserfall fotografiert, dieses mal den Svöðufoss.
Svöðufoss

An der Küste von Arnarstapi gibt es tolle Basaltformationen …

Durchblick ins Meer
Durchblick ins Meer
Volker auf Basaltbrücke
Volker auf einer Basaltbrücke
Basaltformation
Basaltformation

… und viele Vögel.

Basalthöhle mit brütenden Vögeln
Basalthöhle mit brütenden Vögeln

Angeln waren wir auch, im Hraunsfjörður, einem kleinem Fjord der durch abtrennen zum See wurde. Schon alleine ohne Angeln eine tolle Ecke. Auch wenn wir sogar Lachse springen gesehen haben ging keiner uns an die Angel. Ein Isländisches Ehepaar in der Nähe erging es ähnlich. Die Fische hatten offensichtlich keine Lust an dem Tag.

Hraunsfjörður

Wasserfälle, die noch nicht alle besuchen

Wasserfälle sind eines der Dinge, die man in Island recht viele hat und auch einige wirklich tolle sind dabei. Trotz des etwas durchwachsenen Wetters sind wir los um ein paar von ihnen zu erkunden.

Unser erstes Ziel war der Hjálparfoss, ein geteilter Wasserfall …
Hjálparfoss

… in bizarren Basaltformationen:
Basaltformationen beim Hjálparfoss

Wirklich hübsch anzusehen und gut zu erreichen. Was weniger gut war war Herr Drohnenarschloch. Liebe Drohnennutzer, es ist ja ok damit mal ein Foto zu machen und sie auch mal fliegen zu lassen – aber geschlagene 20 Minuten direkt vor dem Objekt zu kreisen das 20 andere Personen auch ablichten wollten das führt genau zu dem was beim Geysir, Gullfoss und Dettifoss schon passiert ist – Drohnenverbot und es ist offensichtlich richtig so. Meistens habe ich Menschen getroffen, die mit Drohnen ihrem Spieltrieb vollen Freigang gewährten und so dem Rest der Menschen die Zeit und Nerven raubten. Mal abgesehen davon, dass ich möglichst ungestört das Rauschen des Wasserfalls hören möchte und nicht das Sirren von Elektromotoren.

Nächster Stopp Háifoss, wird übrigens Hauifoss gesprochen. Dieser stürzt 122m in die Tiefe und zählt damit zu den größten Wasserfallen in Island. Da kommt schon eine Menge Wasser herunter.
Háifoss

Daneben ist, meist zu Unrecht nicht so beachtet, der Granni. Auch wenn er hier der einzige Wasserfall wäre, würden die Menschen hierherkommen, um ihn zu sehen.
Granni

Die beiden Wasserfälle allein sind schon toll, aber die Aussicht auf das Tal der Fossá í Þjórsárdal ist es auch – allerdings wäre gutes Wetter hier nicht so schlecht.
Fossá í Þjórsárdal

Noch eine Anmerkung an den Kraftfahrer: Man darf hier mit einem Handelsüblichen PKW hin fahren – muss man aber nicht. Es sei denn man will es riskieren aufzusetzen und Schäden am Wagen zu haben. Zu schreiben die Piste wäre schlecht ist fast beschönigend und man sollte sich überlegen nicht vielleicht zu wandern wenn man nicht ein Auto mit guter Bodenfreiheit hat.

In der Nähe ist übrigens der in der Wikingerzeit verlassene Hof Stöng. Diesmal haben wir den aber wegen des Wetters ausgelassen und statt dessen den Nachbau Þjóðveldisbær besucht.
NachNachbau des Wikingerhof Stöng

Obwohl er relativ dicht an der Straße liegt haben die Erbauer ihn so platziert, dass er hübsch in einem Tal mit Wasserfall liegt.
Tal mit Wasserfall

Schönes Island – Gletscher – Wasserfälle – Blumen

Wir machen einen Ausflug an die Ostseite des Flusses Hvitá.

Ein netter kleiner Wanderweg führt uns durch wunderschöne Lupinenfelder mit Blick auf den Berg Bláfell …
Bláfell

… und den Gletscher Langjökull:
Langjökull

Direkt an diesem Gletscher liegt auch der See Hvitárvatn, aus dem die Hvitá entspringt.

Bachnelkenwurz, Hahnenfuß und andere hübsche Blumen zieren weite Uferbereiche der Hvitá (im Hintergrund noch einmal der Bláfell):
Ufer der Hvitá

In manchen Bereichen schneidet der Fluss aber auch tief in den Felsen ein:
Hvitáschlucht

Auf unserem weiteren Weg an diesem Tag besuchen wir noch den Wasserfall Faxifoss oder Vatnsleysufoss, neben den man eine Lachstreppe gebaut hat, um den Fischen den Aufstieg zu erleichtern.
Faxifoss / Vatnsleysufoss

Wir nutzen den am Ufer stehenden Holztisch mit Bänken für unser Picknick, das wir zum Abendessen gepackt haben. Ein netter Ausklang unseres Ausflugs.

Mistviecher …

Es ist nicht alles schön auf Island. Haben wir uns auf unseren bisherigen Reisen hierher immer gefreut, dass hier nichts sticht und beißt, mussten wir dieses mal Bekanntschaft mit einer wahren Plage machen. Eine aggressive Kriebelmückenart macht sich neuerdings im Südwesten Islands breit. Die Isländer nennen diese kleinen Viecher bitmý, Beißmücke.

Sie sind sehr winzig, vielleicht 1,5 mm, schwarz und schmal. Und so kommen sie auch durch die Maschen unseres Mückengitters im Wohnwagen problemlos hindurch. Man sieht sie auch kaum, weil sie so winzig sind. Also kann man nicht einfach mal eine “Mordrunde” gehen und alle erschlagen. Wenn es ruhig und relativ warm ist, beißen sie dann abends und nachts zu, spucken gerinnungshemmendes Zeug in die Bissstelle und kosten, ob die austretende Gewebsflüssigkeit ihnen genehm ist. Wenn nicht, versuchen sie es wenige Millimeter weiter erneut. Die Bisse jucken fürchterlich, viel schlimmer als unsere Mücken zu Hause, und nerven einen jeweils etwa zehn Tage lang. Und wer das Pech hat, ihnen zu schmecken, darf auf viele Dutzend Bisse “hoffen”. Volker und ich kamen auf jeweils etwa 50.

Hier ein Link zu einem isländischen Artikel mit “Schadbild”, leider ist der Zustand des armen Kerls keine Ausnahme.
Link zum Artikel auf visir.is

Nach den ersten unangenehmen Begegnungen mit diesen Biestern haben wir im Netz gesucht, was das ist, was uns da beißt. Seit 2015 gibt es in isländischen Medien Berichte aus dem Südwesten des Landes, zum Beispiel darüber, dass Leute ihre Sommerhäuser wieder verlassen haben, weil sie es dort wegen dieser Tiere nicht aushielten. Einer der Hotspots ist Mosfellsbær, also ausgerechnet der Ort, an dem wir zwei Wochen mit unseren drei Trollen (siehe hier) in einem Ferienhaus verbringen.

Dieser Plage wollten wir uns dann nicht länger als nötig aussetzen und so habe ich mich per E-Mail an den Insektenforscher des naturhistorischen Instituts Islands gewendet, der in den Artikeln ein paar mal zitiert wurde. Ich habe gefragt, wo es diese fiesen Tiere gibt und ob das jahreszeitlich begrenzt ist, damit wir unseren weiteren Reiseverlauf passend planen können.

Ich wurde sehr hilfsbereit und schnell informiert, dass sie sich seit zwei Jahren im Südwesten verbreiten, dass Mosfellsbær ein Hotspot ist und dass sie dieses Jahr erstmalig in Varmaland aufgetreten sind, wo wir das erste mal mit ihnen unangenehme Bekanntschaft machten. Ein gutes Stück weiter nördlich und / oder östlich sollten wir in Sicherheit sein. Der Insektenforscher hält sie nicht für eine neue Art auf Island, sondern denkt, dass sie schon lange da waren, aber nun “verbesserte” Bedingungen vorfinden und sich massenhaft vermehren, möglicherweise durch den Klimawandel. Und er informierte mich, dass es nun jahreszeitlich bedingt wieder weniger werden sollen. Gut zu wissen, so haben wir doch eine Planungsgrundlage. Insektentechnisch gesehen hat Island für uns mit der Verbreitung dieser Plagegeister nun leider seine Unschuld verloren.

Mauerblümchen reloaded.

Hier nun der zweite Teil unserer Ausflüge nach Reykjanes. Bei strahlenden Sonnenschein ging es als erstes nach Krýsuvík oder auch Seltún, einem weiteren Geothermalgebiet.

Schon auf dem Weg dorthin können wir uns bei Bilderbuchwetter über tolle Ausblicke freuen.
Auf dem Weg nach Krýsuvík

Auf dem Weg nach Krýsuvík

Krýsuvík kann besonders bei Sonnenschein mit einer besonderen Farbenpracht aufwarten.
Krýsuvík

Buntes Krýsuvík

Buntes Krýsuvík

Dies ist auch sehr gut für Leute zugänglich, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, was eher eine Seltenheit auf Island ist.
Holzwege

An jeder Ecke blubbert es …
Es blubbert

Es blubbert

… zischt es …
Es zischt

… und natürlich stinkt es auch.
Es stinkt

Einen kleinen Abstecher gab es dann zum Grænavatn, einem See, der mit einer eigentümliche Färbung aufwartet.
Grænavatn

Lustiges am Rande: Der nächste Grænavatn ist Luftlinie nur 5 km entfernt. Den Isländern scheinen oft Namen, die einen Ort exakt beschreiben, wichtiger gewesen zu sein als Orte namentlich zu unterscheiden zu können. Laxá heißt Lachsfluss und den gibt es sehr oft.

Danach sind wir noch den Vigdísarvallavegur oder auch die 428 entlang gefahren, eine Piste, die die meiste Zeit parallel zur 42 verläuft und nur für Allrad zugelassen ist. Die Isländer nehmen das aber nicht so ernst, es gibt hier ja auch keine Furt.

Was es aber gibt, ist viel tolle Landschaft, es lohnt sicher, hier einmal entlang zu fahren. Die Bilder sprechen für sich.
Vigdísarvallavegur

Alte Wegmarke am Vigdísarvallavegur
Alte Wegmarke am Vigdísarvallavegur

Vigdísarvallavegur

Als Abschluss sind wir dann noch an den Kleifarvatn gefahren. Dieser hat gewissermaßen eine bewegte Vergangenheit. Was sich hier bewegt ist der Wasserspiegel. Ganz klar ist es nicht, aber der See scheint mit größeren Erdspalten verbunden zu sein, zeitweise. Im Jahr 2000 sank der Wasserspiegel, nach zwei Erdbeben, so das sich der See um ein fünftel verkleinerte, im Jahr 2008 ist er wieder zur heutigen Größe angewachsen.
Kleifarvatn

Es war ein sehr schöner Tag mit 1001 schönen Eindrücken.

Vorsicht Kultur!

Neben grandioser Natur gibt es auf Island ja auch Menschen. Die Isländer musizieren gerne. In Deutschland bekommt man davon ja meistens nicht soviel mit. International bekannt sollte Björk sein.

Wenn man da ist, sollte man aber ruhig mal in die eine oder andere Musikveranstaltung hineinschnuppern. Man könnte im Sommer auch fast pausenlos von einem Musikfestival zum nächsten fahren.

Wir haben diesmal, wie auch schon in unserem letzten Urlaub, beim Skálholt Summer Concerts vorbei geschaut. Hier spielen den Sommer über an den Wochenenden Musiker, Gruppen und Chöre, die durchaus auch international bekannt sind.

Skálholt-Kirche

Am Rande sei noch erwähnt, dass Skálholt ein geschichtsträchtiger Ort ist, dass sich dort auch ein Museum und eine Ausgrabungsstätte befinden und dass der Ort also auch ohne Konzert einen Besuch wert ist.

Wir hatten die Freude, zum einen den Kammerchor Hljómeyki zu erleben. Es gibt da ein paar Sachen auf Youtube, die verlinke ich aber mal nicht, weil ich nicht weiß, wie das da mit dem Copyright ist – einfach mal selbst schauen.

Zum anderen waren wir wieder – denn bei denen waren wir auch schon 2015 – bei Nordic Affect, einem Frauengruppe, das auch oft mit Gastkünstlern arbeitet und sowohl Klassik als auch moderne Kompositionen darbietet.

Programmheft

Diesmal war María Huld Markan Sigfúsdóttir mit einem Stück mit Glocken dabei. Hört sich seltsam an, war aber unglaublich gut.

Glockenspiel

Das ist also unser kleiner Kulturtipp und die Skálholt-Sommerkonzerte kosten nicht einmal Eintritt.

PS: Danke an Angelika für die Bilder!